Auch wenn der Weltfrauentag 2026 schon vorbei war, klang dieses Thema im Kunsthistorischen Museum sehr interessant. Ilona Neuffer hatte sich dafür eine umfangreiche Route vorbereitet, die gleich im Stiegenhaus begann.
Unsere Gruppe mit Ilona Neuffer (ganz re stehend)
Bei den Stufen nach der Eingangshalle besprachen wir zunächst das Deckengemälde. Darauf entdeckt man zwei Musen , die mit einem Zweig und Flöten für gute Stimmung sorgten.
Wir gingen weiter in die Gemäldegalerie und machten unseren ersten Stopp bei „Die Malkunst“ von Johannes Vermeer (1632-1675) aus Delft, in den Niederlanden. Obwohl wir dieses Werk schon ein paar Mal bewundert hatten, stand diesmal die gemalte Klio, Muse der Geschichte Klio im Mittelpunkt. Sie hält ein goldenes Buch und eine Flöte in der anderen Hand. Die Blätter auf ihrem Kopf waren ursprünglich grün. Nachdem Vermeer dieses Bild bereits um 1666, also vor 360 Jahren gemalt hatte, war aus grün blau geworden.
„Die Malkunst“, Vermeer
„Isabella d´Este“, Rubens
Als nächstes zeigte uns Ilona das Portrait von „Isabella d´Este“, 1600 von Peter Paul Rubens (1577-1640). Diese Gräfin hatte allerdings von 1474-1539 gelebt und konnte daher freilich nicht für den Maler als Modell zur Verfügung stehen. Es gibt aber aus ihrer Zeit einige andere Bilder, wovon wir eines auch noch später sahen. Besonders interessant war der Hinweis, dass dieses Gesicht wohl eine Grundlage für die berühmte „Mona Lisa“, 1506 von Leonarda da Vinci war!?
Es ging weiter mit dem Portrait von „Maria Theresia als Witwe“, 1773 geschaffen von Anton von Maron (1731-1808). Sie trug seit dem Tod ihres Gatten Franz Stephan 1765 nur noch schwarz. Ihr einziges Schmuckstück ist das Kreuz des Sternkreuzordens. Lediglich der rote Teppich sorgt für einen farbigen Lichtblick. In der Hand hält sie einen Plan, der auf die Anlage ihres Schlosses in Schönbrunn aufmerksam macht.
„Maria Theresia“, Maron
Vor dem nächsten Gemälde machten wir das Gruppenfoto. Darauf ist Maria Theresias jüngste Tochter Erzherzogin Marie Antoinette zu sehen. Hier war es für die Adelige besonders erfreulich, dass sie ihre Freundin Louise Elisabeth Vigée-Lebrun (1755-1842) dieses Bild hergestellt hatte. Die Habsburger Tochter war bereits mit 14 Jahren nach Frankreich gebracht worden, wo sie sich anfangs noch kindisch verhielt. Besonders auffällig ist die Turmfrisur, mit der sie die Mode beeinflusste. Dieses Bild wurde Maria Theresia nach Wien geschickt, die aber alles andere als erfreut darüber schien und sich „ergötzt“ fühlte. Wer sich noch erinnern kann, kennt das erschreckende Ende. Marie Antoinette wurde 1793 wegen Hochverrat hingerichtet, wo ihre Mutter Maria Theresia noch am Leben war.
„Isabella d´Este“, Tizian
Zu guter Letzt sahen wir das Gemälde von Tizian (um 1488-1576), der damals „Isabella d´Este“, 1534 persönlich sehen konnte. Sie war Tochter des Herzogs von Ferrara und Leonora, der Tochter von König Ferdinand I. von Neapel (Italien). 1490 heiratete sie Markgraf von Mantua Francesco I Gorzaga. Als eine der wichtigsten Frauen in der damaligen Zeit entstand bei ihr ein Zentrum für bedeutende Gelehrte und Künstler der Renaissance. Wie man sieht war Isabella damals schick gekleidet und hatte auch den künstlerischen Hut modern gemacht. Was man nicht sehen konnte, war das Alter. Denn mit 60 Jahren hatte sie sicher schon mehr Falten!?








