Tiger im Tiefschlaf

9.4.2026

Es war der 7. April 2026, an dem wir endlich wieder unseren monatlichen Rundgang im Tiergarten Schönbrunn machten. Genau sieben (glorreiche) Leute starteten nach 10.00 Uhr mit der Tour.

Vorbei an den Pandabären leuchteten uns die Flusspferde entgegen. Sie waren gerade aus dem Wasser gekommen und glänzten mit ihrer noch nassen Haut in der Sonne. Von dem großen Grashaufen wollten sie gar nicht mehr weggehen und stopften sich die Mäuler voll. Da fielen uns ihre großen Eckzähne auf. Obwohl sie sich täglich mit bis zu 40-50 kg hauptsächlich vegetarisch ernähren, gönnen sie sich in der Wildbahn selten auch einmal einen Fisch und Fleischnahrung.

Bitte Flusspferde im Hintergrund nicht übersehen

Während das Löwenmännchen mit erhobenem Haupt stolz den Zaun entlang marschierte, war der Tiger Pepe diesmal wirklich besonders sehenswert. Er musste sich wirklich wohl gefühlt haben. Auf dem Rücken liegend schlief er fest vor sich hin und ließ sich durch keine unserer Laute wecken.

Tiger Pepe beim tiefen Mittagsschlaf

Während Beat und David auf einem Bankerl Pause machten, ging der Rest weiter in Richtung Regenwaldhaus. Dieses große Gebäude soll angeblich heuer endlich wieder eröffnet werden. Derzeit sieht es aber immer noch nur nach Baustelle ohne Arbeiter aus.

Gleich daneben leben die Roten Pandas gemeinsam mit Zwergottern. Bei dem schon länger hier lebenden Männchen ist unlängst ein 9 Monate altes Weibchen eingezogen. Während das Männchen wohl fest schlief, hatten wir das Interesse vom Weibchen vielleicht doch ein wenig geweckt. Es kam uns langsam aber sicher immer näher. Vorbei an den Bambusblättern gab es für sie eine kleine Stärkung. Vielleicht dürfen wir uns dort auch einmal über Nachwuchs freuen!?

Sara, das Rote Pandaweibchen stärkt sich mit Bambusblättern

Vorbei am einsamen Eisbären Ranzo gingen wir zurück zu unseren zwei Burschen. Sigrid zeigte Hannelore die Gepardenmutter mit ihren drei Kindern. Dort hatte es frisches Futter gegeben und die Familie rissen am Bauch liegend Teile aus dem großen Fleischstück. Welches Tier als Futter sein Leben lassen musste, war für uns nicht zu erkennen!? Aber auch wir Menschen essen mehr als genug Fleisch…

Obwohl wir uns bei den Elefanten wieder treffen wollten, gingen wir irgendwie verloren. So fuhren wir auf Raten mit der Bahn zum Tirolerhof. Es gab eine hervorragende Gemüsesuppe und herzhaft schärferes Erdäpfelgulasch. Ferdinand setzte sich mit seiner Gitarre zu uns. Schließlich kam auch Gerold, der uns von der bevorstehenden Renovierung der Dachschindeln erzählte. Sigrid würde gerne einen Erlebnisgutschein für Backstage bei den Pferden einlösen. Leider gibt es dafür kein offizielles Angebot und Gerold meinte, dass er dafür ohnehin viel „zu teuer“ wäre!? Wenngleich Sigrid dafür sogar eine Million (oder doch ein bisschen weniger) zahlen würde…

Beim Tirolerhof wärmende Sonnenstrahlen genossen

Wieder im Tal besichtigten wir die Ausstellung von Margit König. Sie hatte eine Bilderausstellung im Elefantenhaus. Schon öfter hatten wir sie beim Malen beobachtet. Viele Tiere waren bei ihr bereits Modell gestanden. Dieses Besichtigungsangebot war am nächsten Tag aber bereits zu Ende und mal schauen, ob wir sie wieder bei der Gestaltung neuer Gemälden sehen werden.

In der Galerie von der Zoomalerin Margit König

Zwischen den Bildern entdeckten wir eine bekannte Mitarbeiterin vom Zoo. Es war DI Doris Hutterer, die als Koordinatorin  der freiwilligen Mitarbeitern vom „Team Zoo Aktiv“ beschäftigt ist. Sie ist erst seit gut zwei Jahren in Schönbrunn tätig und konnte uns bei einer Frage leider noch nicht weiterhelfen. Sigrid hatte nämlich im Naturhistorischen Museum die ehemalige Eisbärendame Nora nicht gefunden. Sie war bereits 2022 gestorben und man hatte sie ausgestopft bereits öfter im TV gesehen …

DI Doris Hutterer, Koordinatorin Team Zoo Aktiv

Mag. Hanno Fürnwein, Leiter Abt. für Zoopädagogik

Aber vor dem Café in der Orangerie konnten wir dieses Problem doch noch lösen. Denn zufällig kam Mag. Hanno Fürwein, Leiter der Zoopädagogischen Abteilung, den ich schon lange kenne, vorbei. Er wusste darüber Bescheid, dass es in diesem Museum einmal eine Sonderausstellung über den Klimawandel gab. Dabei war Nora ausgestopft auf zwei Beinen stehend als Botschafterin ausgestellt worden. Diese Veranstaltung ist allerdings vorbei und Nora deshalb ins Archiv verbracht worden.

Sommergoldhähnchen

Noch ein Hinweis von mir: voriges Jahr hatte ich im April bei einem Rundgang mit meiner Freundin Ulli ein seltenes „freies Tier“ entdeckt. Auf unserem Weg über den Baumkronenpfad entdeckten wir ein Sommergoldhähnchen. Dieser kleine Singvogel wird nur 9 cm groß, wiegt 4-6 Gramm und hat eine Flügelspannweite von 13-16 cm.

 

Gerhard (Nudi) Neuhold, Wien

 

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