03.05.2026
Endlich wieder einmal so weit. Das Wien Museum neben der Karlskirche bietet jetzt auch Führungen in einfacher Sprache an. Dafür hatte Ursula Arendt am 3. Mai ein Treffen über Textilien zusammengestellt. Zum Titel „Seide, Fächer, Spitzenrock“ besprachen wir, wie sich die Bekleidung im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.
Mit Ursula Arendt (ganz li) vor dem Waldheim Pferd und Stephansdom
Wir begannen im Mittelalter, wo es die Ritter im wahrsten Sinne des Wortes nicht so leicht hatten. Eine Ritterrüstung war bis zu 40 kg schwer. Durch die vielen Gelenke waren sie doch beweglicher als man bei dem harten Metall meinen könnte. Doch ein Mann hatte schon einmal mit der Ritterrüstung einen Purzelbaum geschafft.
In der Ausstellung standen sechs Personen. Sie waren über 700 Jahre auf den Mauern der Stephanskirche angebracht.
Adelige Familie, ehemals auf Stephanskirche angebracht
In den Jahren 1359-1365 waren unter anderem diese Figuren aus Kalksandstein gemacht worden. Angebracht auf der Außenseite des Wiener Stephansdoms, standen sie über 500 Jahre im Freien und waren dementsprechend nicht mehr ganz vollständig. In der Mitte sieht man den Stifter Herzog Rudolf IV. mit seiner Gemahlin Katharina von Böhmen. Sie waren über dem Eingangstor montiert und am meisten dem Wind und Wetter ausgesetzt. Das so gesehen linke Paar waren seine Eltern Herzog Albrecht II. und Johanna von Pfiert. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen ihre Eltern Kaiser Karl IV. von Luxemburg mit Blanche von Valois. Ursprünglich waren diese Denkmäler auch bemalt. Wir durften raten und hatten uns hoffentlich die richtige Farbenwahl ausgedacht!?
Dann ging es einen Stock hinauf in die Zeit des 19. Jahrhunderts. Auf einem Gemälde war eine junge Dame gerade dabei einen karierten Schal anzulegen. Daneben sahen wir genauso nobel gekleidet ein Fräulein mit Ballettschuhen. Dieses Bild war ein Reklameschild der Modewarenhandlung „Zur Französin“ im Trattnerhof.
Junges Mädchen bei der Toilette, 1840, Ferdinand Georg Waldmüller
Reklameschild, 1836, Josef Ziegler
Schließlich schauten wir uns noch die Tageskleidung, um 1872 an. Damals wurde bereits auch mit Maschinen genäht. Während der Salonrock mit Hose, Hemd und Krawatte für den Herren selbst heute noch tragbar wäre, hatte sich Stil der Damenmode dankenswerterweise sehr geändert. Denn für das Gesellschaftskleid musste sich die Dame das Korsett um die Taille schnüren lassen. Da es tagsüber immer wieder noch enger gebunden worden war, konnte die Abendmode um zwei Größen schlanker gewählt. Medizinisch betrachtet, war die damalige Vorgehensweise freilich alles andere als gesund gewesen…
Auf der Wiener Ringstraße, um 1900
Vielen Dank liebe Ursula, dass Du uns auf so viele Kleinigkeiten aufmerksam gemacht hattest und wir dafür auch viel angreifen durften. Gemeinsam hatten wir an diesem Nachmittag viele Sachen in Erinnerung rufen und auch dazulernen können. Nachdem das Wien Museum über 1,5 Million Gegenstände besitzt, werden wir sicher noch öfter kommen.
Sigrid Kundela








