Freie Tiere auch im Zoo Schönbrunn

6. Juni 2026

Es waren wieder einmal die sieben Zwerge: Hannelore, Renate, Sigrid, Christian, David, Reinhard und ich. Gemeinsam starteten wir am 6. Juni mit unserer monatlichen Tour durch den Tiergarten Schönbrunn.

Gleich nach dem Eingang besuchten wir die beiden Pandabären. Sie waren im Gebäude und von ihrem tiefen Schlafe nicht zu wecken. Man darf aber natürlich nicht von draußen auf die Scheibe klopfen.

Nur ein paar Schritte weiter gingen wir in das abgedunkelte Rattenhaus. Zuerst fielen uns die Riesenborkenratten auf, die nur auf den Philippinen vorkommen. Gegenüber sahen wir zwei schlafende Farbratten, deren Verwandte sich auch in unseren Kanälen oder bei den Mistkübeln sehr wohl fühlen. Auch wenn sie nur fünf Jahre alt werden, können sie bereits nach vier bis sechs Wochen für Nachwuchs sorgen und das gleich fünf Mal im Jahr mit bis zu 20 Babyratten. Sie gelten als hochintelligent mit einem ausgezeichneten Gedächtnis und fühlen sich bei uns scheinbar sehr wohl.

Riesenborkenratten

Nachdem die Raubkatzen sich hinter dem Gebüsch in deren Gehege gut versteckt hielten, gingen wir weiter zu den geselligen Schwarzschwanz-Präriehunden. Sie hatten gerade viele Gemüsewürfelchen bekommen. Daran wurde eifrig genagt und schien diesem Familienverband sehr gut zu schmecken. Nur ein „Wächter“ saß oben am Hügel und achtete auf garantierte Sicherheit.

Hungriger Präriehund

Schräg gegenüber hatten auch die vier Onager Wildeseln Futterzeit. Sie zupften sich Halme aus den am Baum hängenden Heuballen. Seit gut einem halben Jahr gibt es einen Hengst. Nachdem die Tragzeit wie bei den Pferden 12 Monate dauert, könnten wir vielleicht noch heuer Fohlen bewundern!?

Rentierkalb

Bei den Rentieren gibt es schon drei Kälber. Sie liefen emsig im Gehege herum. Nur eines davon legte sich beim Zaun nieder. Da kam eine Krähe und peckte es am Hinterteil. Vermutlich riss sie ihm dabei ein paar Haare für ihre Nest aus.

Im steilen, steinigen Gehege sprangen die Himalaya-Tahre mit ihren Jungtieren sehr geschickte über die Felsen. Es fiel uns auf, dass sie wirklich mit unseren Steinböcken verwandt sind. Ihr Name bedeutet übrigens „Halbziege“ und natürlich sind sie in den hohen Bergen reine Pflanzenfresser.

Tahr-Kitz links hinten

Trinkender Roter Panda

Einen der beiden roten Pandas sahen wir zum ersten Mal vom Baum ganz hinunter klettern. Er stapfte zum Wasserteich, trank ein bisschen und machte sich auf den Rückweg. Der zweite Panda war bewegungslos ganz oben am Baum geblieben. Leider ist der Blick vom oberen Teil auf das Gehege versperrt worden. Es ist schade, dass man sie dadurch nicht mehr so oft sehen wird.

Nachdem sich Hannelore vorzeitig verabschiedet hatte, machten sich Christian und Reinhard auf den Weg zum Tirolerhof. Der Rest ging zur Tschu-Tschu-Bahn und fuhr bergauf zum Bauernhof. Oben angekommen war Gerold diesmal leider nicht zu finden. Die Bankerln im Freien waren diesmal alle besetzt. Daher setzten wir uns mit der Gemüsesuppe ins Speisestüberl, wo es angenehm kühl war.

Kulinarische Stärkung im Tirolerhof

Nur ein kleiner Blauer Wiener

Die neuen Kaninchen, genannt „Blaue Wiener*Innen“ haben angeblich schon 13 Kleine bekommen. Zu sehen war allerdings nur eines, das wohl schon groß genug war, ein dichtes Fell hatte und auch schon sehen konnte. Es saß gemeinsam mit den Erwachsenen im Freien und zupfte am Blattsalat. Das nächste Mal werden wir hoffentlich mehr sehen!?

Gelbbauchunke

Anstelle einer Rückfahrt mit der Bahn gingen wir über den Baumkronenpfad zurück ins Tal. Nachdem es wieder festen Boden unter den Füßen gab, machte ich einen Stopp bei einem Terrarium. Darin  gab es neben den Feuersalamandern ursprünglich auch Gelbbauchunken, die sich jedoch derzeit nicht darin befinden. Die Freude war umso größer als ich ein Stück weiter unten in einem kleinen Tümpel eine „freie“ Gelb-bauchunke sah! Natur pur! Ob sie wohl einmal aus dem Terrarium entwischt ist?

Der weitere Weg führte uns zu den Nasenbären. Deren Gehege ist auch sehr dicht bewaldet und mit viel Glück konnte man da oder dort einen kleinen Nachwuchs entdecken. Sie hüpften mit den Müttern schnell in eine Hütte, die aber für uns Besucher nicht einsehbar ist.

Freier Graureiher

Bei den Humboldtpinguinen hatte es sich ein Graureiher bequem gemacht. Vielleicht bleibt ihm dort auch ab und zu ein Futterfisch übrig!? Wie man auf dem Bild sieht, fühlt er sich dort scheinbar wie zu Hause und ließ sich von der Sonne bestrahlen. Der Tiergarten muss wirklich ein verlockend bequemes Gelände sein und dann auch noch „gratis“ Kost.

Am Weg zur Jause in der Orangerie kamen wir noch bei den Giraffen vorbei. Da lagen auf der anderen Seite vom Zaun noch ein paar Grashalme. Dieses Grünzeug war so verlockend, dass sich das Bücken wirklich gelohnt hatte.

Für Grashalm bücken

Beim Kaffeetrinken wurde dann meiner Freundin Ulli von unseren Eindrücken berichtet. Natürlich waren von ihr wieder viele interessante Tierweisheiten zu erfahren. Fortsetzung ist am 7. Juli 2026. Hugh!

 

Gerhard (Nudi) Neuhold, Wien

 

 

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