50 Jahre Donauinsel

21. August 2026

Die Zeit verging wieder wie im Flug. Es ist kaum zu glauben, dass es schon seit etwa 50 Jahren die Donauinsel gibt. Bis dahin hatte der große Fluss viel zu oft mit Hochwasser auf sich aufmerksam gemacht. Wie man erfolgreich dagegen ankämpfte, erfuhren wir von Gertraud Illmeier in der Sonderausstellung des Wien Museums.

Mit Gertraud Illmeier (4. v. re) die Donauinsel neu entdeckt

In früheren Zeiten gab es entlang der Donau viele kleine Nebenflüsschen. Das alte Wien war noch sehr klein und man sieht, dass die Ruprechtskirche (740 n. Chr.) beim Schwedenplatz erhöht gebaut wurde. Viel zu gefährlich war das sumpfige Gebiet und hätte das Bauwerk schon längst weggeschwemmt.

Wien wurde immer größer und es kam in den tiefergelegenen Bereichen zu regelmäßigem Hochwasser mit Überschwemmungen. Im Winter 1829/30 fror die Donau zu. Beim Auftauen entstanden Eisschollen, die zu einer Flutkatastrophe führte. 74 Menschen starben und 680 Häuser wurden zerstört. Dadurch kam es zu den ersten Regulierungsplänen, die aber erst 40 Jahre später umgesetzt wurden

Gemälde von der Praterstraße um 1830

Bereits im 18. Jahrhundert wurden die ersten Dämme und Befestigungsanlagen errichtet. Von 1870-1875 entstand der 17,4 km lange Donaukanal. Damit schuf man damals mehr oder weniger schon die erste noch etwas größere Insel aus dem 2. und 20. Bezirk.

Das war freilich noch nicht genug Schutz. Die Wiener SPÖ wollte ein Entlastungsgerinne mit einer Wasserfläche für Sport und Erholung machen. Österreichweit hatte damals die ÖVP das Wort und war für die günstigere Erhöhung der Dämme. Man sprach damals von der „Spaghetti-Insel“ oder machte sich über die „Pissrinne“ lustig.

Karikatur um 1970

Obwohl die Bauarbeiten für das Entlastungsgerinne bereits im März 1972 begonnen hatten, gab es von 1973-1977 noch Ideenwettbewerbe über den „Donaubereich Wien“. Es wurden Gutachter und Stadtplaner zu Rate gezogen. 45 Vorschläge mit den unterschiedlichsten Ideen wurden eingereicht. So wollte man damals die 21 km lange und bis zu 250 m breite Donauinsel fast vollständig mit Bauwerken versehen.

Blick von unten nach oben: Neue Donau, Donau + Donaukanal

Aber die Natur setzte sich durch. Auf der reichlich bepflanzten Insel kann man heute auf größtenteils asphaltierten Wegen spazieren gehen oder mit dem Rad fahren. Das Gewässer der Neuen Donau wird durch die Wehre zusammengehalten und lockt viele Leute zum Schwimmen, Rudern, Paddeln … In der Lobau lässt man toten Bäume liegen und die eifrigen Biber sorgen für natürliche Dämme.

 

Einlaufspeicher für Ruhewasserspiegel

Wilde Natur in der Lobau

Bereits während der Bauphasen kam es zu Konzerten und regem Unterhaltungsangebot. Seit 1984 gibt es im Sommer das Donauinselfest, das heute mit geschätzten drei Millionen Besucher*innen zu den größten Open-Air-Festivals von Europa zählt.

Probeliegen für Erholung auf der Donauinsel

Die Donauinsel in Zahlen:

* 42 km Uferlänge misst die Donauinsel. Das entspricht in etwa einem Rundgang um den Wörther See.

* 2 FKK-Zonen mit über 8 km Länge gibt es im Norden und Süden

* 15.000 Menschen grillen im Sommer täglich auf der Insel und am nördlichen Ufer der Neuen Donau

* 3 Millionen Leute kommen jährlich zum Donauinselfest

* 700 Stunden Programm gab es beim Donauinselfest 2025

 

Sigrid Kundela

 

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