10.4.2026
Im Belvedere21 gibt es immer zeitgenössische Kunst zu sehen. Bei unserem Treffen am 10. April 2026 erzählte uns Julia Haimburger von der Künstlerin Friedl Kubelka/vom Gröller. Unter dem Titel „Nicht daheim und doch zu Hause“ konnten wir auf 54 erstmals ausgestellten Bildern Gedanken aus dem Leben der Wiener Künstlerin entdecken.
Mit Julia Haimburger (stehend li) in Kubelka´s Bilderausstellung
Friedl Kubelka kam 1946 noch mit dem Namen Bondy in London (GB) auf die Welt und kam als Kind über Ost-Berlin (D) nach Wien. Als ihr der Vater 1958 eine Kamera geschenkte, begann sie im Alter von nur 12 Jahren zu fotografieren. Mit 16 Jahren galt ihr Interesse dem Menschen, Gesichtern und Körpern. 1971 absolvierte sie die Fachausbildung für Fotografie an der Graphischen Lehranstalt. Zur finanziellen Unterstützung entstanden daneben die ersten Fotoserien.
1978 heiratete sie den Experimentalfilmer Peter Kubelka. Noch im selben Jahr wurde deren Tochter Louise geboren. Bis zu deren 18. Geburtstag entstand eine Serie aus 793 Fotos. Danach begann sie mit einer Portraitreihe von ihrer Mutter Lore Bondy.
Nach ihrer Scheidung 2001 heiratete sie acht Jahre später den Psychologen und Psychoanalytiker Georg Gröller. Seitdem werden mitunter beide Namen Kubelka/von Gröller von ihr angeführt.
Friedl Kubelka „Psychoanalyse“, 1999
Seit über 50 Jahren lebt und arbeitet Kubelka in ihrem Atelier in der Gartengasse, 1050 Wien. Dort gründete sie 1990 die Schule für künstlerische Fotografie und 2006 für unabhängigen Film.
Kubelka hat neben ihrer künstlerischen Ausbildung auch Psychotherapie und Gruppenanalyse gelernt. Deshalb nutzte sie ihr Atelier in der Zeit von 1988-1996 auch als Therapieraum. Bis heute gibt es an diesen Ort. An dem für die Künstlerin wichtigen Raum orientiert sich die Architektur der Ausstellung. Sie greift die Dachschräge als Gestaltungselement auf.
Auch wenn beruflich Fotos und Filme bei Kubelka im Vordergrund stehen, hat sie wie ein kleines Tagebuch über 150 kleine Gouachen gemalt. Verwendet wurden dafür wasserlösliche Farben, die aus vermahlenen Pigmenten und Kreide in Tuben erhältlich ist. Beim Malen wirkt diese Mischung wie eine Kombination aus Öl- und Aquarellfarbe … und werden wir sicher einmal in einem Workshop kennenlernen.
Friedl Kubalka „Joinville“, 2006
SK







