Mit den Stiften viele Striche gewagt

08.05.2026

Julia und Lavinia

Nicht vergessen: vier Mal im Jahr gibt es seit heuer im Belvedere21 auch einen Workshop. Anstelle von Kunst-besprechung geht es bei diesen Treffen darum, verschiedene kreative Techniken auszuprobieren. Am 8. Mai ging es um den Zeichenstift. Jeder von uns hatte spätestens in der Volksschule die ersten Striche damit gelernt. Aber unsere Freundin und Vermittlerin Julia Haimburger, gemeinsam mit ihrer Kollegin sowie Künstlerin Lavinia Lanner, hatten viele Zeichengegenstände für uns vorbereitet.

Damit Lavinia uns besser kennenlernte, starteten wir mit einer kurzen Vorstellrunde. Anschließend machte Julia mit uns noch Gymnastik zum Aufwärmen der Finger. Aber dann waren wir bereit für den ersten Handgriff und wurden gleich eingeschult.

Zunächst stellten sie uns die unterschiedlichsten Stiftarten vor - aus Blei, Kohle, Wachs oder farbige Filzstifte. Am Nebentisch lag Papier in verschiedensten Stärken. Auch Transparent- und Millimeterpapier waren dabei.

Bei großer Auswahl viele verschiedene Striche ausprobiert

Für den 1. Zeichenversuch hatte sich jeder ein Blatt Papier und zwei Stifte ausgesucht. Zuerst sollten wir ohne Hinschauen mit einer Hand Striche machen. Dann nahmen wir den zweiten Stift in die andere Hand und durften gleichzeitig mit beiden Stiften weiter-zeichnen. Noch eine Variante war, beide Stifte in eine Hand nehmen.

Beidhändiger Strichversuch

Dann kam ein neues Blatt Papier und nur mehr ein Stift war nötig. Denn wir sollten nur auf unsere noch freie Hand blicken und diese ohne auf den Stift zu blicken abzeichnen. Ich hatte die letzten beiden Finger abgebogen, aber nicht ergänzen getraut. Nicht auf das Papier zu sehen und nur den Linien mit dem Blick zu folgen, war eine Herausforderung. Wir alle gingen unterschiedlich an die Idee heran. Aber der Umriss meiner linken Hand ist mir doch gar nicht so schlecht gelungen, oder?

Nur auf die freie Hand geschaut

Schließlich wurden uns noch drei weitere Techniken vorgestellt. Zum einen schlug Julia vor, mit kleinen Strichen ein Bild zu versuchen. Damit kann ein eigener Ausdruck erwirkt werden. Julia zeigte uns das von ihr gestrichelte Belvedere. Diese Sehenswürdigkeit hatte Renate sofort erkannt.

Das von Julia gestrichelte Belvedere

Eine weitere Technik wurde uns vorgestellt: die sogenannte Frottage, eine Durchreibtechnik. Dazu wird ein Blatt Papier auf einen strukturierten Untergrund gelegt und mit einem weichen Bleistift darüber gerubbelt. Dabei wird das Muster darunter sichtbar.

Es gab auch noch verschiedene Formen, die wir nutzen konnten. Hier sucht man sich Schachteln oder Dosen aus und zeichnete deren Umrisse auf ein Papier. Der Platz dafür konnte frei gewählt werden und wenn man wollte, durfte man dieses Kunstwerk auch noch farblich gestalten.

Zu guter Letzt erfuhren wir noch, wie man aus einem A4 Papier ein Büchlein basteln kann. Dabei wird es 4x gefaltet, in der Mitte der Länge nach eingeschnitten und dann auch noch richtig Zusammengelegt. Dafür brauchten wir ein wenig Hilfe von Lavinia. So sah dann mein zu Beginn beidhändig gezeichnetes Blatt aus:

Aus bemaltem A4-Blatt ein Buch gemacht

Den nächsten Workshop gibt es am 7. August 2026. Der Ort ist wieder im Atelier des Belvedere21. Dabei wird es um Spuren und Abdrücke gehen. Anmeldung bei der SHG-SHT Wien erforderlich!

 

Sigrid Kundela

 

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