19 Juni 2026
Vor der Sommerpause ging es noch einmal ab ins Kunsthistorische Museum KHM. Am 19. Juni lautete das Thema „Mit der Reiselust durch´s Museum“, was wirklich eine gute Idee war. Bei den Hitzen im Freien erfüllte die angenehme Klimaanlage im Gebäude unseren ersten Wunsch. Begleitet wurden wir erstmals von Sophie Touzé. Unser Verständnis klappte ausgezeichnet anregend.
Mit Begleiterin Sophie (3. v re, hinten) im kühlen KHM
Nachdem es um Reiselust ging, widmeten wir uns gleich einigen Souvenirs. Die Kunstwerke im KHM stammen vom damaligen Gebäude-gründer Kaiser Rudolf II. (1552-1612) und dem Habsburger Erzherzog Ferdinand II aus Innsbruck. Sie hatten sich bei ihren vielen Reisen wertvolle Gegenstände mitgenommen oder bekamen als Gastgeschenke, die im Adel übrigen teuersten Geschenke.
Der erste Weg führte uns daher in die Kunstkammer. Sophie blieb mit uns bei der Figur vom „Fliegenden Merkur“ stehen. Er wurde um 1585 von Jean Boulogne (1529-1608) in Florenz aus Bronze gestaltet. Aus Götterbote war er sehr sportlich und wohl mit den Flügeln an seinen Füssen noch schneller. Merkur wurde der römischen Religion zugeordnet und bei den Griechen Hermes gleichgesetzt. Neben seiner Nachrichtenvermittlung war er auch Gott der Händler und Diebe. Ob er nach dem Klauen für den Freispruch kämpfte, sei dahingestellt …
Merkur, 1585
Es ging weiter zum Automatenschiff. Dieser Gegenstand auf noblen Tischen ist den meisten von uns schon bekannt. Denn Thomas kannte dieses Schiff von einem früheren Workshop bereits bestens und erzählte uns darüber. Hans Schlottenheim (1544-1625) entwarf als Uhrmacher 1585 dieses Schiff. Es sorgte in früheren Zeiten für gute Unterhaltung. Sophie zeigte uns auf einem Video, die Aktionsmöglichkeiten des aufgezogenen Automaten.
Ein paar Räume weiter sahen wir eine geschmückte Seychellennuss. Sie stammt von einer Palme, die ausschließlich auf dieser Insel wächst. Nachdem man die Nuss am Strand des Indischen Ozeans gefunden hatte, dachte man, diese Frucht sei aus dem Meer gekommen. Zwei Hofkünstler sorgten 1602 für die künstlerische Verzierung.
Seychellennuss, 1602
Schließlich gingen wir noch zu den Niederländischen Gemälden und reisten mit Peter Paul Rubens (1577-1640) um die ganze Welt!? Nicht wirklich um die Erde herum, denn Rubens war damals nur in Europa unterwegs und vertraute den Geographen. Denn zu dieser Zeit gab es erst vier Kontinente. Australien war noch unbekannt.
„Die vier Flüsse des Paradieses“, Peter Paul Ruebens, um 1615
Zu sehen sind auf diesem Bild die vier bereits erforschten Kontinente mit deren Hauptflüssen. Auf der linken Seite ist in Europa mit der Donau als größten Fluss. Rechts vorne ruht Asien mit dem Ganges. Dahinter liegt Amerika mit dem Rio de la Plata aus Brasilien. In der Mitte ist die einzige schwarze Dame für Afrika mit dem Nil leicht zu erkennen. Bei den Tieren kümmern sich kleine Engerln um Ruhe und Ordnung zwischen dem Tiger sowie Krokodil.
Im Herbst geht es so weiter:
18. Sep Erde, Wasser, Luft und Feuer: Kunstelemente
16. Okt Wie malt man Licht? Hell und Dunkel
20. Nov Hoffnung: Wie wir mit Angst umgehen
18. Dez Bunt und stark: Was Farben in uns auslösen
15. Jän vielleicht Sonderausstellung im Theatermuseum
Sigrid Kundla








