17. Juli 2026
Seit 20. März 2011 ist viel passiert. Wir hatten zum ersten Mal das weltweit berühmte „Sigmund Freud Museum“ besucht. Damals konnte man nur seine ehemalige Praxis besichtigen, dennoch bei der Führung viel über sein Leben und Werken erfahren. 2020 konnte die Stiftung das Museum um Freuds Wohnung und seine erste Praxis erweitern, die jetzt auch besucht werden können.
Mit Eva-Maria Kleinschwärzer (ganz li) in Freuds Praxis
Erfreulicherweise hatte ich unsere Begleiterin Eva-Maria Kleinschwärzer, MA heuer bei unserer Führung im Belvedere kennengelernt. Sie machte mir ein so verlockendes Angebot, das ich nicht absagen konnte. Nachdem es nachmittags viele Besucher gab, setzten wir uns zunächst in der Bibliothek zusammen. Bei Kuchen und Kaffee plauderten wir worüber wir uns über Freud noch erinnern konnten. Von der bis heute gültigen Psychoanalyse und Traumdeutung hatte jeder gewusst.
Berggasse 19, 1090 Wien
20 Maresfield Garden, London
Etwas später gingen wir in seine Räume im Messanin. Auf diesen beiden Bildern kann man seine beiden Wohnungen in Wien und von seinem Exil in London (GB) sehen. Beim Umzug wurde fast alles mitgenommen. Dennoch kann man auch in Wien noch einige Kleinigkeiten entdecken.
Sigmund Freud kam am 6. Mai 1856 auf die Welt. Nach einer privaten Volksschule maturierte er in einem Gymnasium im 2. Bezirk. Während des Medizinstudiums lernte er 1882 Martha Bernay kennen. Um genügend Geld für eine eigene Familie zu verdienen, schloss er mit dem Doktorat an der Universitätsklinik ab. Neben der Forschungstätigkeiten im AKH hatte Freud auch seine eigene Praxis. 1886 heiratete er Martha. Sie bekamen drei Buben und drei Mädchen. Seine Tochter Sophie war leider 1920 schon vor ihm verstorben, was er persönlich nur schwer verkraften konnte.
Die richtige Couch aus London im Internet
... und sein Ärztekoffer
Für dramatische Krankheitsbilder in der Psychiatrie gab es damals noch keine Psychopharmaka. Vor diesem Hintergrund entstand neben anderen Methoden die Psychoanalyse, durch die dem Patienten mögliche Ursachen die Ursache für seine Erkrankung bewusst gemacht wurden. Andere Behandlungsmethoden zu der Zeit waren zum Beispiel Hypnose auch Elektrotherapie.
Es gibt zum Beispiel der Ödipuskomplex. „Ich habe die Verliebtheit in die Mutter und die Eifersucht gegen den Vater auch bei mir gefunden und halte sie jetzt für ein allgemeines Ereignis früher Kindheit“, meinte Freud 1899.
Aus dem Wartezimmer in Wien
Bekannt als häufiger Zigarrenraucher erkrankte er 1923 an einem Krebs im Gaumen. Trotz einiger Operationen fiel ihm das Sprechen immer schwer, weshalb ihm seine ebenfalls zur Psychoanalytikerin ausgebildete Tochter Anna bei Vorträgen hilfreich zur Seite stand.
Durch die NS-Machtübernahme kam es 1933 zur schrecklichen Bücherverbrennung. Bei seiner Flucht ins Exil wurde er im Juni 1938 am Bahnhof im London mit einem Presseaufgebot empfangen. In seinem englischen Haus wurde er von Stefan Zweig und Salvador Dali besucht. Trotz einer weiteren komplizierten Operation verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er starb am 23. September 1939 und wurde am Golden Green Crematorium in London begraben.
Als Dankeschön für den so interessanten Nachmittag im „Sigmund Freud Museum“ habe ich für eine Fortsetzung Eva-Maria zu einem unserer nächsten SHG-SHT Treffen im kommenden Jahr eingeladen. Da können dann alle erfahren, was wir von Sigmund Freud und unseren Träumen noch alles erfahren können …
Sigrid Kundela







