20.4.2026
Bei unserem Besuch am 17. April 2026 im Kunsthistorischen Museum lautete das Motto: „Aus der Mücke einen Elefanten machen.“ Gemeinsam mit unserer Begleiterin Andrea Marbach war es kein Problem genügend Tiere zu finden. Nicht nur auf Gemälden sondern auch als Skulptur gibt es dort viele unterschiedliche Lebewesen.
Gleich über die Stiege auf die Ebene 0.5 ging es direkt in die Kunstkammer. Auch wenn wir schon öfter dort waren, hatten wir uns längere Zeit nicht auf Tiere konzentriert. Es begann bei der Skulptur „Allegorie der Vergänglichkeit“, 1470/1480 von Micheal Erhard. Sie besteht aus drei geschnitzten Figuren unterschiedlichen Alters und Geschlechts. Auf der Brust und dem Oberschenkel der älteren Frau ist je eine Fliege zu entdecken. Im gehobeneren Alter fehlt wohl die Schnelligkeit, um das lästige Insekt zu vertreiben!?
Renate zeigte uns ihr Lieblingstier, das edle Pferd aus Bronze. Der Rappe hat seinen Hals und rechtes Bein wirklich sehr nobel geformt. Es entstand in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und kommt wahrscheinlich aus Mailand (Italien).
Zwei kleine Fliegen
Padua (Italien) galt als das Zentrum der Bronzekultur und widmete sich der Natur und Antike. Die Kröte diente als Sand- und Salzgefäß und hatte das Maul wie zum Quaken weit wie möglich aufgerissen.
Kröte aus Bronze
Gleich ums Eck steht das berühmte Salz- und Pfeffer-Tischgefäß Saliera, 1540-43 von Benvenuto Celline. Aber nicht die Geschichte vom Diebstahl interessierte uns. Auch hier sind besondere Tiere zu entdecken. Während die Göttin der Erde Tellus auf einem kleinen Elefanten sitzt, ist der Meeresgott Neptun auf ein paar Hippokampen zu sehen. Das ist ein Fabeltier aus Pferd und Fisch.
Kl. Elefant bei Tellur
Neptun´s Pferd-Fisch
Drachendame!?
Als nächstes machte uns Andrea aufmerksam, dass es wohl auch weibliche Drachen gibt. Auf einer ovalen Dose mit Deckel gibt es zwei Griff mit Drachen Damen zu sehen. Auf deren Brust glänzte uns ein BH entgegen. Allerdings gab Sigrid zu bedenken, dass wir uns im Weltmuseum schon einmal die Ritterrüstungen angesehen hatten. Dieser Metallschutz wurde doch nur von Männern getragen und haben auch Ausbuchtungen im Brustbereich. Nachdem die Drachen auch keine lebenden Tiere waren, wird es doch keine Bestätigung für die Geschlechtertrennung von Drachen geben!? Noch dazu gibt es heute beim Geschlecht auch noch „diverses" ...
Maria machte im selben Raum auf eine silberne Kassette für verschiedenes Schreibzeug aufmerksam. Sie stammt von Wenzel Jamnitzter um 1560/70 aus Nürnberg (D). Er hatte öfter für das Haus der Habsburger gearbeitet. Die acht Boxen für das Schreibmaterial sind mit Abgüssen von kleinen Tieren, wie Muscheln und Insekten besetzt. Es ist erstaunlich, wie detailgenau diese kleinen Lebewesen und auch Pflanzen gestaltet wurden.
Kassette mit Kleintieren verziert
Straußenei
In der Kunstkammer gibt es viele Schätze zu finden. Zum Beispiel ein Straußenei, dass verziert von einem dieser großen eierlegenden Vögel getragen wird. Der führende Mann ist im Vergleich wirklich sehr klein geraten. Auf der Nautilus Schnecke ist oben noch ein Nashorn zu entdecken. Dieses Tier galt früher als sehr edel und waren hoffentlich nur früher wegen ihrer Nase aus Elfenbein gejagt worden.
Nashorn oben
Edle Elefantenuhr
Zum Schluss zeigte uns Andrea noch zwei Elefanten der besonderen Art. Der eine ist edel auf einer Automatenuhr zu sehen. Er trägt am Rücken einen Turm und wurde von Tobias Kramer zwischen 1614/16 in Augsburg (D) hergestellt. Das zweite Rüsseltier ist aus Elfenbein für einen Tafelaufsatz, 1639 geschnitzt worden. Als Künstler wird dafür Markus Heiden ebenfalls aus Deutschland angeführt.
Tafelaufsatz








