Im Pflegemuseum viel aus Omas Zeiten erfahren

Schon unsere Großeltern waren bei Krankheiten auf die medizinische Behandlung von Ärzten und die Betreuung von Pflegerinnen  angewiesen. Nur war die Arbeit der damaligen Doktoren bei Weitem nicht so fortgeschritten wie heute und auch der Computer steckte noch in den Kinderschuhen. Doch Gegenstände gab es damals schon jede Menge, über die wir uns am 28. Juni im Pflegemuseum beim Wilhelminenspital aufklären ließen.

Mit Mag. Birgit Steuding (3. v. re.) und einigen von uns

Nachdem es in diesem Museum keine offiziellen Öffnungszeiten gibt, vereinbarte ich mit der Leiterin Mag. Birgit Steuding eine Führung, bei der es viel zu erfahren gab. Die im Laufe der Zeit bereits 3000 gesammelten Objekte sind in Schaukästen am Gang und drei kleinen Räumen zu besichtigen. Aus Spaß und Liebe hatte Steuding nicht mehr gebrauchte Gegenstände geschenkt bekommen. Aber auch sie hatte am Beginn ihrer Karriere als Krankenschwester das „Besteck der Ärzte“ sterilisieren müssen. Heute kommt es zum Teil  in den Müll.

Altes Ärztebesteck, nicht mehr steril gehalten!

Da gab es eine Schimmelbuschmaske, die dem Patienten umgeschnallt, ein Tuch darüber gespannt und dieses mit Ether beträufelt wurde um sie zu narkotisieren. Das war damals die Aufgabe der Schwester. Steuding kann sich noch erinnern, dass die Ethernarkose oft zu Halluzinationen führte und der Geruch sehr unangenehm war.

Desinfiziert wurde damals mit dem Bunsenbrenner und für Kinder gab es das Neurodermitis-Jackerl, mit dem sie sich bei den furchtbar juckenden Windpocken nicht kratzen konnten. Auf einer Schautafel waren die Kinderkrankheiten zu sehen und damit ein Comeback gefeiert, denn Impfen war damals unmodern. Steuding: „Die Masern sind immer noch eine tödliche Krankheit, die auf Herz und Hirn gehen kann. Ob sie das einem Kind antun und einen bleibenden Schaden riskieren wollen, das sollten sich die Eltern gut überlegen.“

War die Krankenschwester damals fast ausschließlich ein Frauenberuf, überwiegt auch heute noch 90% weibliches Pflegepersonal. Dafür wurde die Ausbildung durch die Fachhoch-schulen bereits akademisch. Daneben gibt es aber auch ein- oder zweijährige Pflegehelfer/Innen. Wer traut sich das zu?

SK

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