Ein Dank an die kunstfreudigen Habsburger

Nachdem 1857 Kaiser Franz Joseph I. den Abriss der Stadtmauer entschied, entstanden viele berühmte Gebäude entlang des neuen „Rings“. In diesem Rahmen wurde auch der Bau des Kunsthistorischen Museums ausgeschrieben. Gottfried Semper und Carl von Hasenauer 1871 gewannen diesen Wettbewerb und machten 1871 den ersten Spatenstich. Durch viele Streitereien dauerte es zehn Jahre bis zur Fertigstellung und nochmals so lange für die Dekoration des Museums mit Sammlungen vieler Objekte, sodass der Habsburger Kaiser das Museum 1891 eröffnete. Am 15. Oktober 2021, waren wir 130 Jahre später zu einer barrierefreien Führung eingeladen. Andrea Marbach war wieder bestens vorbereitet und versorgte uns mit Kopfhörern.

Unsere Kulturgruppe mit Andrea Marbach (ganz rechts)

Wir begannen im weltweit bekannten Ägyptisch-Orientalischen Teil. Hier sind die drei original ägyptischen Papyrusbündelsäulen. Sie wurden dem Kaiser in den 60-er Jahren geschenkt und über Triest mit der Südbahn nach Wien gebracht. Aus einem einzigen Stück Stein gehauen, sind sie zwei Tonnen schwer. Viele Gegenstände sind bis zu 4500 Jahre alt. Wir erfuhren unglaubliche Geschichten von zahlreichen Sarkophagen, Menschen- und Tiermasken, Götterfiguren und Gegenstände aus dem täglichen Leben wie Kleidung, Lebensmittel und Bier. Wobei wir auch einen Blick auf die Malerei an der Decke geworfen hatten, die zwar für die Weltausstellung in Wien geschaffen worden war, danach aber für das Museum erstanden wurden.

Weiter ging es in die Antikensammlung aus dem griechisch-römischen Bereich. Wir bewunderten die überlebensgroße Statue eines Mannes aus Zypern, der aus der Zeit von Archaik stammt, mit der charakteristischen strengen Art des Stehens und verglichen ihn mit der Statue des Speerträgers, der mit Spiel- und Standbein viel „lässiger“ steht. Nicht von uns übersehen wurde der Weingott Dionysos, auf den wir nächstes Mal gerne anstoßen werden.

Ein Teil vom Deckengemälde mit berühmten Künstlern von Julius Berger

Im ersten Raum der Kunstkammer sahen wir durch einen großen Saal mit einem gigantischen Deckengemälde von Julius Victor Berger, das viele kunstsammelnde Habsburger darstellt. Im Zentrum sitzt Kaiser Maximilian mit Albrecht Dürer auf der rechten Seite des Betrachters. Das Wappen der Habsburger mit den zwei Adlern und darüber schwebt im Lorbeerkranz Franz Joseph I.

Zum Abschluss zeigte uns Andrea eine Figur von Apollo und Daphne aus Elfenbein. Es ist kaum zu glauben, dass man aus der Spitze des Elefantenzahns ein so zierliches Gebilde schnitzen kann.

SK

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