Malende Belgierin Michaelina Wautier

Diesmal war es endlich so weit. Es gab nicht mehr zu viel Publikum und mit Larissa Kopp hatten wir eine sehr nette Begleiterin. Daher gingen wir am 21. November ins Kunsthistorischen Museum KHM endlich in die Ausstellung der belgischen Malerin Michaelina Wautier.

Es ist nicht zu glauben, dass es in dem großen historischen Kunsthistorischen Museum insgesamt nur max. 20 Bilder von Malerinnen gibt. Den „Triumph des Bacchus“ hatten wir schon öfter gesehen und wiederholt. Aber Wautier hatte noch viel mehr geschaffen.

Selbstporträt, um 1649

Sie wurde vermutlich 1614 in Mont (Belgien) geboren und hatte rund zehn Geschwister. Im intellektuell gebildeten Umfeld wuchs sie mit Beziehungen zu bedeutenden Adelsfamilien auf. Nach dem Tod ihrer Eltern übersiedelte sie nach Brüssel, wo sie wahrscheinlich bei ihrem älteren Bruder Charles wohnte. Auch er war ein geschätzter Maler und es ist anzunehmen, dass sie gemeinsam in einem Atelier tätig waren.

Leider gibt es keine zeitgenössischen Berichte über Michaelina und ihre Werke. Dennoch weiß man, dass sie ein hohes Ansehen unter dem Schutz von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich genoss. Er wirkte als Kunst-Gönner und hatte einige ihrer Bilder erworben.

Hl. Joachim, 1655

Das Bild vom „Hl. Joachim“, (um 1655) war in der Wiener Stallburg untergebracht. Bereits stark beschädigt wurde es für diese Sonderausstellung endlich restauriert.

Hier zeigen  fünf Buben den Seh-, Hör-, Geruch-, Tast- und Geschmackssinn

Sehsinn

Hörsinn

Geruchsinn

Tastsinn

Geschmacksinn

Nach ihrem Tod 1689 in Brüssel geriet ihr Name bald in Vergessenheit. Viele ihrer Bilder wurden dem Bruder und anderen Malern zugeschrieben. Erst  ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie wieder als eigenständige Malerin erwähnt. 100 Jahre später wuchs sogar die Wahrnehmung ihrer Bedeutung in der Künstlerwelt. Es war höchste Zeit, dass ihr persönlich das KHM jetzt eine Ausstellung widmet. Ihre wunderschönen Gemälde sind noch viel ausdrucksvoller, als ein reales Foto je sein könnte.

 

SK

 

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