Realistische Malerei gemeinsam gefunden

Sonderausstellung „Lebensnah – Realistische Malerei von 1850-1950 so begeistert waren, gab es am 3. Juni eine Fortsetzung. Es gab noch so viel zu sehen und Julia Haimburger zeigte uns viele neue Eindrücke in die damalige Lebenswelt der Künstler/innen. Das Belvedere Museum hat wirklich viel zu bieten – lässt uns in vergangene Zeiten eintauchen.

Der neue Streifzug startete bei zwei kräftigen Männern. Oskar Lautischar malte 1948 einen „Gasarbeiter“, der selbstbewusst auf dem Fabrikgelände eine Zigarette rauchte. Die vielen Abgase wurden damals noch nicht mit einem Klimawandel in Verbindung gebracht. Gleich daneben betrachteten wir eine Bronzefigur von Constantin Emile Meunier. Auch dieser „Schiffslöscher“ (1893) zeigt sich selbstsicher.

„An der lateinischen Brücke in Sarajewo“ (1883), Friedrich Alois Schönn

Mit einer Ansicht der Bosnischen Hauptstadt Sarajewo wurde der Wiener Maler Friedrich Alois Schönn beauftragt. An der sogenannten Lateinischen Brücke über den Fluss Mijacka herrschte kulturelle und religiöse Vielfalt. 1914 ereignete sich dort das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand, das den Ersten Weltkrieg auslöste.

Bei der „Frau mit Melone“ (1933) fällt von Udo Weith ein Werk auf, bei dem dunkle Linien alle Flächen umranden und dadurch klar voneinander abgrenzt sind. Dieser Stil könnte durch seine Beschäftigung mit der Glasmalerei entstanden sein.

Herbert Ploberger beeindruckt in seinem Stillleben mit einer Vielzahl von Gegenständen. Es fällt das Licht- und Schattenspiel auf, wobei im Stil der Neuen Sachlichkeit viele Dinge nebeneinander liegen.

Auch von Vincent van Gogh finden wir ein frühes Werk mit fünf Flaschen (1884). Er hatte damals in Amsterdam (NL) gelebt und widmete sich mit einfachen Materialien wie Holz und Ton der realistischen Malerei.

Zum Schluss sahen wir nochmals das Hundebild „Caesar am Rubicon“ (1878) von Wilhelm Trübner und erfuhren, dass der Rüde das Wurststück bekommen hatte. Gleich daneben hängt von Gustave Courbet „Der Verwundete“ (1866). Seine Geliebte, die sich an seine Brust lehnte, hatte der Künstler nach deren Trennung überpinselt  und an ihre Stelle eine blutende Wunde gesetzt.

Mit unserer lehrreichen Kulturfreundin Julia Haimburger (4.v.li.)

Vor der Sommerpause wird es am 1. Juli noch einen Besuch für zeitgenössische Kunst im Belvedere21, 1030, Arsenalstr.1 geben.

 

SK

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