Kulturelle Führung auch im Belvedere

Unser Kulturgenuss wurde erweitert. So werden in Zukunft die Werke aus späteren Epochen besprochen. Gerade über die Gemälde von Klimt, Schiele, Kokoschka & CO sollten wir mehr wissen.

Julia Haimburger erwartete uns am 15. März im Oberen Belvedere und begann mit der Geschichte über das Schloss. Es wurde 1720-1723 von Johann Hildesbandt für Prinz Eugen (1663-1736) gebaut. Gleich daneben entstand der erste, noch kleinere Tiergarten. Erst 1752 wurde der Zoo in Schönbrunn errichtet, wo nach dem Tod von Prinz Eugen seine Tiere dorthin übersiedelt wurden.

Das obere Belvedere diente zum Empfang von adeligen Gästen. Der Eingang war damals auf der anderen Seite als heute, wo Kutschen unter Dach vorfahren und Prinz Eugen hinabblicken konnte.

Bereits mit dem Auto kamen am 15. Mai 1955 die vier Sieger des Zweiten Weltkrieges. Im wunderschönen Marmorsaal unterschrieben sie unseren Staatsvertrag, der dann vom Balkon aus der Bevölkerung gezeigt wurde. Das Original davon liegt bis jetzt in Russland.

Berühmter Marmorsaal mit Gold verziert

Seit 1909 begann die Österreichische Staatsgalerie im Unteren Belvedere und wurde nach dem 1. Weltkrieg auch auf das Obere Gebäude erweitert. Es enthält die weltgrößte Klimt-Sammlung mit dem berühmten „Der Kuss“, der schon oft nachgedruckt wurde.

Eindrucksvoll waren von Hans Makart die Bildergruppe „5 Sinne: Das Gefühl – Das Gehör – Das Gesicht - Der Geruch - Der Geschmack“ (1872-1879). Sie zeigen jeweils eine nackte Frau beim Fühlen, Hören, Sehen, Riechen und Schmecken, die so genau wie ein Foto sind.

Etwas großzügiger wurde die Malerei um die Jahrhundertwende im Impressionismus von Edvard Munch „Männer am Strand“ (1908), Oskar Kokoschka „Der Maler Carl Moll“ (1913) und Claude Monat, wo „Der Koch“ (1882) kein Model darstellt. Egon Schiele zeigt (seine) „Die Familie“ (1918) knapp vor dem Tod durch die Spanischen Grippe.

„Träume“ von Helene Funke

„Träume“ von Helene Funke

Da in der vorigen Woche „Tag der Frau“ war, zeigte uns Julia noch „Träume“ (1913) von Helene Funke. Es zeigt eine Gruppe Freundinnen oder Künstlerkolleginnen, die mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt sind. Neu ist die rhythmische Anordnung von Gesichtern und Körpern, durch die das Bild in Bewegung zu geraten scheint.

Wir waren trotz Zeitüberzug noch nicht fertig. Aber in einem Monat ist Fortsetzung. Da wird Julia uns noch mehr verraten.

SK

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