Iron Men – Mode in Stahl

Wer glaubt, dass es im Kunsthistorischen Museum KHM nur Bilder und Skulpturen zu sehen gibt, der hat sich geirrt. Derzeit gibt es die Sonderausstellung „Iron Men – Mode in Stahl“ und wir erfuhren am     15. April von Andrea Marbach alles über Schaffung und Gebrauch von Ritterrüstungen, auch Harnische genannt.

Unsere Gruppe mit der lustigen Führerin Andrea Marbach (ganz re)

Da ein Harnisch aus bis zu 200 Teilen besteht, ist man darin beweglicher als man glaubt. Nur für das Gewicht von bis zu 20 kg brauchte man eine gute Kondition. Es war ein männliches Kleidungs-stück vor 500 Jahren und hatte sogar stählerne Röcke und Puffärmel. Bereits adelige Kinder erhielten funktionstüchtige Harnische.

Durch die Erfindung von Schusswaffen verlor die Rüstung zwar seine militärische Schutzwirkung, wurde aber noch lange bei Veranstaltungen und sportlichen Turnieren getragen. Die Lust am sportlichen Risiko ist heute wie damals ungebrochen hoch.

An der Produktion war eine Vielzahl an Facharbeitern beteiligt. Plattner fertigten die Platten. Der Schmied fertigte den Harnisch. Maler, Grafiker und Goldschmiede wie Albrecht Dürer verzierten sie. Schneider, Riemer und Gürtler lieferten die Textilien und ledernen Beschläge. Tischler stellten die Kisten für den Transport her.

Ein ritterlicher Gruß von Sigrid! Und wer versteckt sich in diesem Helm?

Im Harnisch spiegelten sich die ästhetischen Vorlieben der Zeit und Kultur, in der er entstanden ist. So sind sie aus Süddeutschland von 1480/90 schlank geschnitten und in England von 1570/80 hingegen rundlich geformt. Plattner schufen für die Faschingszeit fantastische Helmvisiere mit menschlichen oder tierischen Gesichtern sowie mythischen Fratzen. Sie wirken noch heute lustig und gehören zu den faszinierendsten Objekten der Kunstgeschichte.

Schließlich durften wir den Handschuh und Helm selbst probieren. Am rechten Bild ist Renate zu sehen. Man kann sie nicht leicht erkennen, außer wenn man sich an ihre Jacke erinnern kann.

Die Fortsetzung unserer Führungen im KHM geht am Freitag,      20. Mai, 14.50 Uhr, zum Thema „Voyage, voyage – auf Weltreise im Museum“ weiter. Am 17. Juni, 14.50 Uhr, geht es um „Vielfältiges KHM? So bunt sind die ehemals kaiserlichen Sammlungen“.

SK

Veröffentlicht in Aktuelles, Allgemein.

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