1-5 Bourgeois 11 Roof Song (2)

Erste Einzelausstellung von Bourgeois

Kaum hat das Neue Jahr 2024 begonnen, gab es schon das erste Treffen. Am 5. Jänner war das Untere Belvedere an der Reihe, wo es in ganz Europa erstmals eine Einzelausstellung der Gemälde von Louise Bourgeois zu sehen gibt. Wie das Leben dieser franko-ameri-kanischen Künstlerin ablief, durften wir mit Barbara Lenz erarbeiten.

1-5 Belv

Mit kniender Barbara Lenz vor Bourgeois „The Last Climb“, 2008

Bourgeois kam am 25. Dezember 1911 in Paris auf die Welt und war zum Entsetzen ihres Vaters wieder „nur“ ein Mädchen. Nach dem Beginn des Mathematikstudiums wechselte sie zur Bildhauerei, wo sie die wichtigsten Grundlagen lernte. Da sie aber eine Frau war, schenkte man ihr damals sehr wenig Beachtung.

Diese Erinnerungen und traumatischen Erfahrungen mit dem Vater beeinflussten ihr Leben und Werken. Ihre ersten Malversuche durfte sie aber in einem eigenen Raum bei der Tapisserie ihrer Eltern wagen. In ihren Ölgemälden von 1938 bis 1949 entwickelte sie ihre unverwechselbare Formensprache über Gegensätze.

Bereits 1938 zog sie mit ihrem Mann Robert Goldwater nach New York (USA). Er hatte dort einen Lehrauftrag als Kunsthistoriker, während sie ihr Kunststudium fortsetzte. Bereits zwei Jahr später kehrten sie für kurze Zeit nach Paris zurück, um ihren ersten Sohn Michel zu adoptieren. Doch noch bevor die Formalitäten abgeschlossen waren, gebar sie Jean-Louis und ein Jahr später Alain.  Wieder zurück in New York beeindruckten sie die hohen Wolkenkratzer. Bei „Roof Song“ (Dachgesang), 1947 will sie die unterdrückten Frauen befreien.

1-5 Bourgeois 11 Roof Song (2)

Louise Bourgeois „Roof Song“, 1947

Erst mit 70 Jahren erreichte sie ihren Bekanntheitsgrad. Die Rauminstallation „The Last Climb“ (Der letzte Aufstieg), 2008 zeigt die Stiege hinauf ins Freie – siehe beim Gruppenbild. An ihre Vorliebe für Spinnen konnten sich diejenigen von uns erinnern, die voriges Jahr beim Gartenrundgang dabei waren. Dort war von Bourgeois eine riesige Spinne zu sehen, die auf die Mutterschaft hinweisen sollte. Sie symbolisiert die eigene Mutter, sowie auch sie als Mutter zweier Söhne.

Sie starb am 31. Mai 2010 im Alter von 98 Jahren in New York. In ihrer Kunst vereinte sie Gegenstände wie männlich und weiblich, bewusst und unbewusst, Gegenständlichkeit und Abstraktes.

SK

 

 

Veröffentlicht in Aktuelles, Allgemein, Inhalt.